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By Kurt Möller

Unsere Betrachtung des jeweiligen argumentativen Stellenwerts des Bediirfnis - bzw. Interessebegriffs in bildungsgescbichtlich bedeutsamen und aktuellen Ansatzen au6er­ schulischer piidagogischer Arbeit mit Jugendliehen und Erwachsenen in der Bundes­ republik Deutschland ergibt zusammenfassend die Erkenntnis, daB den infrage stehenden Begriffiichkeiten im wesentlichen offensiehtlich auf drei Ebenen piidagogi­ schen Handelns Funktionen zugewiesen werden: auf der Ebene der Programmpla­ nung, der methodisch - didaktischen Umsetzung und der grundlegenden Zielbestim­ mung au6erschulischer Bildung. In der Erwachsenenbildung, wo die Rezeption der Begriffe nur verdeckt und bis dato nieht systematisch untersucht verlliuft, sind insbesondere die beiden erstgenann­ ten Ebenen vorherrschend. Der Bediirfnis - bzw. Interessebegriff - zumeist im Wortgewande von "Bil­ dungsbediirfnissen" und "Leminteressen" - ist a1s Planungskategorie vomehmlich Reflex auf den "Markt-Charakter" au6erschulischer Bildung. In erster Linie er­ weist sieh die "Freiheit zum Wegbleiben" (TIETGENS) a1s Motiv einer bedarfsge­ reehten Planun~. Hinter solcher Motivation bediirfnisadiiquater Konzeptualisierung von piidagogischen Angeboten offenbart sich zuniichst nichts anderes a1s das Interes­ se der a1s Anbieter auf dem "Bildungsmarkt" auftretenden Institutionen am eigenen Uberleben, Wohlergehen oder Wachstum sowie das Interesse ihrer von der Markt - Nachfrage mehr oder minder unmittelbar (hauptberuflich oder nebenamtlieh) abbiingigen Mitarbeiter an okonomischer Sicherheit und Prosperitiit sowie an berufli­ cher ldentitiit.

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12) werden. Andererseits entpuppt sieh diese Offnung hin zu den Adressaten, so vielversprechend sie zunachst klingt, in der Weiterfiihrung des Gedankens als enttauschend. Statt in eine Diskussion iiber "Bildungsbediirfnisse" und "Leminteressen" mit dem Ziel einer Klarung der an Weiterbildung seitens der (potentiellen) Teilnehmer gestellten Anspruche einzutreten, verschwinden die "Bediirfnisse" und "Interessen" der Subjekte in einer Klassifikation von Programmen, die unter dem nieht weiterer Erlauterung fiir 43 notwendig empfundenem Leitziel der "Selbstverwirklichung" subsumiert werden: Kompensatorische Bildung, berufsbezogene Bildung, Gesundheits -, Sozial- und Familienerziehung usw.

Lnsbesondere lndizien wie die verUingerte Schulzeit - sind 1960 noch gut 314 der 15-20jiihrigen erwerbstiitig, so sind es 1983 nur noch 42,5% (vgl. , iihnliche Tendenzen zeigt etwa auch ALLERBECKI HOAGs Stiehprobenvergleich der in ihre Untersuehung einbezogenen 16 -18jiihrigen Jugendliehen von 1962 und 1983; vgl. , 21) -, der spiitere und tendenziell immer stiirker risikobehaftete Berufseintritt (Problematik der "zweiten Sehwelle"; vgl. SCHOBER 1985) sowie der zumindest zeitweilige AussehluB aus dem Bescbiiftigungssystem und der sich iiber Jahre erstreckende Aufenthalt in "Warteschleifen" des sozialen Sicherungsnetzes ("Qualifikationsparadox"), sinkende Heiratsraten, steigende Scheidungsraten und zuriickgehende Wiederverheiratungsraten mit der gleichzeitigen Verbreitung von altemativen Formen des Zusammenlebens und der "Ehe ohne Trauschein" und das Zugestiindnis vergleichsweise frilberer Reife auf den Gebieten von Freizeit, Konsum und Sexualitiit, baben die Ausrichtungen an uberlieferten Standardbiographien fUr weite Teile der Jugend infragegestellt.

Im Auge batte, damit "die Vervollkommnung des Individuurns aufgrund seiner natiirlichen Anlagen" anvisierte, urn damit "die Welt der Arbeit" zu "vergeistigen" und "dem Arbeiter eine neue, innere Souveriinitiit gegeniiber seiner alltiiglichen, abstumpfenden Tiitigkeit zu vermitteln" (WEYMANN 1977, 25) - gleicbzeitig aber auch die Bildung von Eliten zu "geistigen Fiihrem" (v. T. abgewandte, philosophisch - anthropologische Legitimation verschafft. Die Entwieklung vordergriindiger Teilnehmerbediirfnisse, sofem mit dem bildungsbiirgerlichen Wertesystem kongruent 39 - also die "kontemplative Beschiiftigung mit dem 'Wahren, Guten, SchOnen'" (SIEBERT 1977, 14) fOrdemd -, gilt zu dieser Zeit als "eigentliehe" Aufgabe und "Wesen" der Erwachsenenbildung.

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